Technik & Wissen

Die wichtigsten technischen Begriffe

b-Faktor: shading coefficient (gem. VDI 2078)
Der mittlere Durchlassfaktor ist das Verhältnis aus dem g-Wert einer Verglasung in % und dem g-Wert eines herkömmlichen, unbeschichteten Isolierglases von 80 %. Er dient zur Berechnung der Kühllast. b = gVerglasung / 0,80.
(In der Vergangenheit war es üblich, den g-Wert der Verglasung auf den Wert einer 3 mm dicken Einfachscheibe von 87 % zu beziehen.)

Farbwiedergabe-Index Ra (gem. DIN EN 410)
Der Farbwiedergabe-Index Ra beschreibt die Farbwiedergabeeigenschaften
einer Verglasung. Ein Ra-Wert von mehr als 90 bedeutet eine sehr gute Farb-wiedergabe.

Gasfüllung
Die Wärmeleitung im Scheibenzwischenraum und damit der Wärmedurchgangs-koeffizient der Verglasung wird durch den Einsatz eines Edelgases (Argon, Krypton, Xenon) mit geringer Wärmeleitfähigkeit an Stelle von Luft herabgesetzt.
Für jedes Edelgas ergibt sich ein günstigster Scheibenzwischenraum:
_ Argon: 16 mm
_ Krypton: 10-12 mm
_ Xenon: 8 mm

g-Wert (gem. DIN EN 410)
Die Gesamtenergiedurchlässigkeit bezieht sich auf den Wellenlängenbereich von 300 nm bis 2500 nm. Sie ist die Summe aus der direkt hindurch gelassenen Gesamtenergie und der sekundären Wärmeabgabe nach innen durch Abstrah-lung und Konvektion.

Lichtdurchlässigkeit τL (gem. DIN 67 507)
Die Lichtdurchlässigkeit τLdrückt den direkt durchgelassenen, sichtbaren Strahlungsanteil im Bereich der Wellenlänge des sichtbaren Lichts von 380 nm bis 780 nm bezogen auf die Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges a aus. Die Lichtdurchlässigkeit wird in % angegeben. Die Bezugsgröße 100 ist eine unverglaste Maueröffnung.

Wärmedurchgangskoeffizient Ug (gem. DIN EN 673)
Der Wärmedurchgangskoeffizient gibt an, wie viel Energie pro Sekunde und
pro m² Glasfläche bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin. Je niedriger dieser Wert, desto weniger Wärme geht verloren.
Für das Nachweisverfahren der Energieeinsparverordnung wird als Nennwert des Wärmedurchgangskoeffizienten der Verglasung ein Ug nach DIN EN 673 verwendet. In diesem Berechnungsverfahren wird die Emissivität (Abstrahl-vermögen) der beschichteten Glasoberfläche, die Gasfüllung, die Größe des Scheibenzwischenraumes, der vom Hersteller angestrebte Gasfüllstand (in der Regel 90 %) und eine angenommene Temperaturdifferenz ΔT = 15 K berücksichtigt.
In der Energieeinsparverordnung wird nicht allein die Verglasung sondern das ganze Fenster inklusive Rahmen sowie Abstandhalter berücksichtigt. Der Einsatz eines thermisch verbesserten Abstandhalters hat Einfluss auf den gesamten Wärmedurchgangskoeffizienten des Fensters. Dies wird im offiziellen Nachweis honoriert.

Wärmefluss durch Isolierglas
Die Wärme wird durch Strahlung, Leitung und Konvektion durch das Isolierglas transportiert. Entscheidend wird der Wärmefluss beeinflusst durch eine Beschichtung auf einer dem Scheibenzwischenraum zugewandten Glasoberflächen, die das Abstrahlvermögen dieser Oberflächen stark herabgesetzt. Darüber hinaus bestimmt das Gas im Scheibenzwischenraum den Wärmetransport durch Leitung und Konvektion. Um den Wärmedurchgang zu reduzieren, werden Edelgase geringerer Wärmeleitfähigkeit (Argon, Krypton, Xenon) eingesetzt.

Selektivitätskennzahl S
Mit der Selektivitätskennzahl S wird das Verhältnis Lichtdurchlässigkeit τL zu Gesamtenergiedurchlassgrad g gekennzeichnet. Die Kennzahl S bewertet Sonnenschutzgläser in Bezug auf eine erwünschte hohe Lichtdurchlässigkeit im Verhältnis zu dem jeweils angestrebten niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad. Je höher die Kennzahl S desto günstiger ist das Verhältnis, wenn bei der Auswahl der Verglasung der Sonnenschutz im Vordergrund steht.